Wie stellt man ein Zelt auf steinigem Untergrund auf

How to pitch a tent on rocky ground

Ein Zelt aufzustellen ist meistens eine ganz einfache Sache. Aber es gibt auch Situationen, bei denen man feststellt, dass das Gras immer dünner wird und der Boden plötzlich nur noch Steine hergibt.

Ein Zelt in steinigem Gelände aufzustellen kann von etwas schwierig bis teuflisch hart sein. Die Schwierigkeiten hängen von drei Gegebenheiten ab:

  1. Eine gerade Ebene oder einen flachen Platz finden…
  2. …ohne viele Unebenheiten…
  3. … mit einigen Möglichkeiten das Zelt zu verankern.

1. Die Wahl des Zeltes

Es gibt keinen Zweifel, dass auf steinigem oder felsigem Boden oder festen Gestein (wie hier abgebildet), ein geodätisches Zelt sich viel einfacher aufstellen läßt. Sein entscheidender Vorteil liegt in seine selbsttragende Struktur, die eigentlich keine Heringe benötigt (außer bei schlechtem Wetter oder Wind). Außerdem kann ein Geodät einfach solange umgestellt werden, bis man den besten Platz gefunden hat.

Das bedeutet nicht, dass man in solchen Situationen kein Tunnelzelt benutzen kann, aber man sollte besser vorbereitet sein und ein wenig Einfallsreichtum mitbringen. Das Foto unten zeigt ein t1 trek auf einem festen felsigen Untergrund aufgestellt und dieser Artikel erzählt ihnen, wie es gemacht wird.

t1 trek auf einem festen felsigen Untergrund

2. Bodenart

Wie haben drei generische Arten von problematischen Zeltbauplätzen festgestellt:

  1. An Stellen, die einem Geröllfeld ähneln (Gletschermoränen sind dafür ein Beispiel),
  2. Auf glattem Fels (Kalksteinflächen, Granitplatten),
  3. Auf festem, steinigen Grund.

3. Aufstellen im Geröllfeld

Wenn Sie je auf die ausgedehnten Geltschermoränen der Gebirgsregionen wie z.B. dem Karakorum in Pakistan gestoßen sind, wissen sie, dass die Platzsuche eine ernüchternde Sache ist und die Wahl meist von der Verfügbarkeit von Wasser abhängt. Bei dieser Art vom Zelten hat man sich besser im Vorwege informiert und weiß,

  1. 1.dass man besser mit einem kleinen als einem großen Zelt unterwegs ist und
  2. 1.dass man einige Schlingen (Seilschlaufen) dabei haben soll, um sie um Steine als Verankerung zu binden.

In solchen Situationen ist es das Beste, wenn man sich seine „ebene“ Stelle selber schafft (wenn auch mit unebenem Untergrund). Carol hat das Foto unten am Fuße des Bhagarathi III im indischen Himalaya aufgenommen – man hat keine Lust viele dieser Felsbrocken wegzuräumen und Carol´s Prototyp eines Einwandzeltes mit einer Grundfläche von 110cm x 210cm passte perfekt.

Bhagarathi III

Im nächsten Bild, aufgenommen bei Gaurishankar in Nepal, wurde das Zelt (ein frühe t2-Modelle) auf einem sandigen Grat auf der Spitze einer Nebenmoräne aufgestellt. Auch hier wurde eine ebene Fläche geschaffen. Das Positive an solchen Plätzen ist, dass Unmengen Steine als Verankerungen zur Verfügung stehen!

bei Gaurishankar in Nepal

In beiden dieser Situationen liegt die Herausforderung vor allem darin, eine Stelle zu finden wo man sein Zelt aufstellen, es einfach verankern und man auch Steinwälle bauen kann, um dem Zelt zusätzlichen Schutz bei sturmigen Wetterverhältnissen zu bieten.

4. Aufstellen auf Felsplatten

Sorgfältiges Auskundschaften ist in den Bergen immer notwendig. Wie das nächste Foto – aufgenommen gleich unter der Envers Hütte über dem Mer de Glace – zeigt, kann auch eine nur halbwegs ebenen Felsplatte als brauchbarer Zeltplatz dienen.

Mer de Glace

Das größte Problem auf Felsplatten ist vernünftige Verankerungen zu finden. Unter ruhigen Bedingungen sind Steine ein guter Ankerpunkt, aber wenn ein ordentlicher Sturm über das Zelt im obigem Foto gehen sollte, könnte die Größe und Menge an Steinen nicht ausreichen. Es ist wichtig zu wissen, wie man seine Verankerungen sichern kann.

Es gibt mehrere Möglichkeiten Steine als Verankerungen zu nutzen, je nach Größe und Form. Wenn es kleine, ziegelförmige Steine gibt, binden wir eine Seilschlaufe oder Schlinge um sie herum (links) und legen dann einen wesentlich schwereren oben drauf, um als Anker zu wirken (rechts).

Steine als Verankerungen

Manchmal findet man Spalten in den Felsplatten. Im ersten Bild haben wir die Heringe einfach als Keile in diese reingehämmert (unsere Heringe sind stabil genug um solch eine schlechte Behandlung wegzustecken). Als Kletterer haben Sie vielleicht Klemmkeile dabei, dann können die natürlich genauso benutzt werden.

Es gibt noch eine weitere Art Zelte bei starkem Wind auf Felsplatten zu sichern. Das nächste Bild zeigt ein Zelt auf einem Kalksteinansatz (im Land der Katharer im Süden Frankreichs). Dort ging ein ordentlicher Wind und um das Zelt zu sichern haben wir schwere Steine (ca. 10 kg jeder) in das Innenzelt gelegt – einen in jeder Ecke. Die Steine nahmen natürlich Platz weg und wir mussten sorgfältig darauf achten, den Boden nicht zu beschädigen, aber das Zelt stand sehr stabil im Wind. Bei einem Tunnelzelt ist eine externe Verankerung der Gestänge natürlich auch nötig, um das Innen- und das Außenzelt gespannt zu halten (ansonsten fällt der hintere Bogen nach vorne und der vordere nach hinten), man braucht sich aber keine Sorgen über Abspannleinen zu machen.

(in the south of France near the Cathar Way

5. Aufstellen eines Zeltes auf hartem, steinigen Boden

Die meisten Leute werden in die Situation kommen, wo der geplante Zeltplatz hart und steinig ist. Hier wird die Suche nach vernünftigen Verankerungspunkten – vor allem bei Tunnelzelten – zum Hauptproblem. Unsere Lightning-Heringe halten einiges aus und können in den Boden gehämmert werden (mit einem Stein oder ähnlich grobem Gerät). Wie oben erwähnt, können Felsen und Steine zum Sichern der Heringsschlaufen und Abspannleinen genutzt werden.

Bevor man den Platz für die Nacht festlegt, sollten man folgendes klären:

  1. Externe Risiken – besonders Lawinen und Steinschlag in den Bergen;
  2. Die Wahrscheinlichkeit von abfließendem Regenwasser – stellen Sie sicher, dass Sie nicht in einem trockenen Flussbett stehen;
  3. Versichern Sie sich, dass keine scharfen Gegenstände herumliegen, die den Zeltboden beschädigen oder für ungemütlichen Schlaf sorgen können.

6. Seien Sie vorbereitet!

Das Wichtigste ist immer vorbereitet zu sein – informieren Sie sich über das Gelände, in dem Sie unterwegs sein wollen.

  1. Nehmen Sie einige stabile Seile oder Schnüre mit, um die Abspannpunkte notfalls zu verlängern. Wir empfehlen es, schon im Voraus an jedem Hauptverankerungspunkt vorne und hinten eine Verlängerungsschlaufe von zumindest 50 cm anzubringen, auch eine zusätzliche Schlaufe für jede Abspannleine sollte dabei sein.
  2. Zusätzlicher Schutz für den Zeltboden kann sehr nützlich sein. Schaummatten sind in dieser Beziehung vielseitiger und unempfindlicher als selbstaufblasende Matte! Sie können sich auch einen Unterlage basteln oder kaufen, denken Sie aber an das zusätzliche Gewicht.