Wie stellt man ein Zelt im Schnee auf

How to pitch a tent in the snow

1. Platzwahl

Das Wichtigste ist, sich darüber klar zu sein, was Zelten oberhalb der Schneefallgrenze bedeutet und sicher zu gehen, dass man vernünftige Verankerungen hat! Ohne die wird man mit großen Problemen konfrontiert, wenn man ein Zelt sicher aufstellen will.

Die Auswahl des Platzes ist auch insofern kritisch, da das Aufstellen des Zeltes im Winter länger dauert und man keine Lust hat es noch mal umzustellen.

Es gibt noch einige andere Dinge zu beachten, inklusive einiger wirklichen Gefahren, die wir hier aufführen:

  1. Gebirgskämme können Schneewechten sein!
  2. Achten Sie auf Lawinengefahr. Lawinen können schon auf Hängen mit nur ca. 30 Grad Neigung auftreten und gewaltige Strecken zurücklegen. Wir sind nicht qualifiziert hier weiter ins Details zu gehen, aber http://www.slf.ch/lawineninfo/zusatzinfos/lawinenskala-europa/index_DE ist eine gute Seite, um mehr Informationen zu bekommen.
  3. Verführerisch flache Stellen um einen herum können Schneeflächen auf Eis von unbekannter Dicke oder Verwehungen über einen Bach sein.
  4. Bäume können einen guten natürlichen Schutz vor Wind bieten. Aber zelten Sie nicht direkt unter ihnen, herunterfallender Schnee kann ein Zelt abreißen und Äste können unter der Schneelast abbrechen.
Platzwahl

2. Ausrichtung

Wenn Sie ruhiges Wetter erwarten, können Sie den flachsten sicheren Platz wählen, den Sie finden. Wenn Sie aber Sturm erwarten, schauen Sie nach möglichem natürlichen Schutz. Achten Sie darauf, dass der Platz groß genug ist, um das Zelt in Windrichtung zu stellen, besonders wenn es keinen natürlichen Schutz gibt.

Ausrichtung

3. Bereiten Sie den Platz vor

Verdichten Sie den Schnee auf dem Platz, den Sie gewählt haben, und machen Sie ihn so eben wie möglich. Versuchen Sie diese verdichtete Fläche nicht viel größer als die Grundfläche des Zeltes zu machen.

Wenn Sie ihr Zelt an einem Hang aufstellen, könnte es die Mühe wert sein den Schnee zu einer Plattform zu schaufeln. Nutzen Sie den Schnee vom höheren Punkt um weiter unten zu begradigen.

Bereiten Sie den Platz vor

4. Heringe/Verankerungen

Es ist schwer im Schnee feste Verankerungen zu bekommen. Spezielle Schneeheringe (mind. 30 cm lang und 4 cm breit) sind in verdichtetem Schnee gut, aber viele Leute nehmen Sie nicht mit, da Sie schwer und teuer sind. Winterausrüstung wie Skier oder Eisbeile eignen sich aber auch sehr gut als Verankerung. Sie werden auf jedem Fall zusätzliche Verankerungen benötigen und Plastik- oder Stoffbeutel (gefüllt mit Schnee oder Steinen) eignen sich hervorragend und sind leicht und günstig. Beachten Sie, dass Sie wahrscheinlich Karabiner o.ä. benötigen werden, um diese mit den Abspannpunkten zu verbinden.

Viele Teleskopstöcke können zerlegt werden und eignen sich dann als Verankerung – nicht vertikal wie einen Hering benutzt, sondern horizontal eingegraben. Skier eignen sich dafür bestens und mit einem Paar kann man prima ein Zelt vorne und hinten verankern. Sie können auch die Abspannleinen um Steine binden und für zusätzliche Sicherheit auch noch vergraben. Zusätzliche Leinen dabei zu haben kann in solchen Fällen sehr hilfreich sein. Wählen Sie ihre Punkte nach Wichtigkeit und benutzen Sie die besten Verankerungen für die wichtigsten. Unsere Empfehlung ist:

  1. Heringspunkte hinten und vorn
  2. Hauptleinen (zeigen in den Wind)
  3. Restliche Leinen
  4. Die seitlichen Heringsschlaufen
Verankerungen

5. Verfeinern Sie Ihren Platz

Häufen Sie Schneewälle auf, um Ihr Zelt gegen Sturm zu schützen. Wir empfehlen einige Meter Abstand zum Zelt zu halten, da der Schnee sich meist hinter dem Wall ansammelt.

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6. In der Nacht

Bei starkem Schneefall können einige interessante Dinge nachts passieren. Bei wenig Wind kann es passieren, dass sich Schnee auf dem Zeltdach sammelt, diesen müssen Sie von Zeit zu Zeit runterstoßen, indem Sie das Zelt von innen hochdrücken. Der runtergefallene Schnee sammelt sich an den Seiten des Zeltes und kann dieses zusammendrücken. Es kann sein, dass Sie nachts aufstehen müssen, um ihn wegzuräumen.

Bei stürmischem Wetter kommt es vor, dass Schnee unter das Außenzelt getrieben wird und sich in der Apsis und zwischen Innen- und Außenzelt sammelt. In solchen Fällen sollten Sie darauf achten, wie und wo Sie ihre Ausrüstung in der Apsis hinlegen. Es lohnt sich evtl. alles in verschlossenen Beuteln oder sogar im Innenzelt zu lagern: hartgefrorene Schuhe gefüllt mit Schnee sind kein Vergnügen! Außerdem kann man sehr leicht Ausrüstungsteile verlieren, die man aus Versehen in den Schnee tritt oder die vom Schnee bedeckt werden. Wir haben auf diese Weise schon einige Griffzangen verloren!

7. Die Wahl des Zeltes

Alles was wir hier schreiben basiert auf eigenen Erfahrungen. Dabei sind wir uns sicher, dass die meisten Zelte ohne Probleme im Schnee eingesetzt werden können, vorrausgesetzt sie sind hochwertig verarbeitet. Wir haben viele Nächte im Schnee in 2-bögigen Tunnelzelten und Halbgeodäten verbracht. Spezielle Bergsteigerzelte sind normalerweise stabiler als Trekkingzelte und verkraften wesentlich größere Schneemengen, aber auch das beste Zelt nützt nichts, wenn es von einer Lawine überrollt, schlecht abgespannt oder direkt in den stärksten Wind gestellt wird.

Zum Schluss noch eine Empfehlung: wenn Sie vorhaben, häufig im Winter zu zelten, sollten Sie ein etwas größeres Zelt wählen, als Sie für normale Rucksacktouren wählen würden. Wegen der größeren Schlafsäcke benötigt man mehr Platz im Innenzelt und das An- und Ausziehen – um ungeliebte Dinge wie lose Verankerungen und wegzuräumende Schneemengen zu erledigen – wird viel einfacher.